IDEA

IDEA

7. Weltkongress in Belem / Brasilien

Vielfalt und Gegensätze in der Großstadt im Amazonasdelta

ebenso sichtbar wie im Kongress!


IDEA – Schlaglichter:

 

Lateinamerika prägt den Kongress: Community-education und –projekte im Zentrum!

Gesellschaftliche Transformation, Inklusion und Diversität durch Theater propagiert! Theater im Fokus des Paradigmenwechsels der Bildung!

 

8000 Menschen in unterschiedlichsten Formen und Projekten beteiligt!

Amazoniens Ureinwohner melden sich zu Wort! Erstmals nahm der BVTS mit einer deutschen Delegation teil!

 

Schultheater in manchen Ländern in einer schwierigen Situation!

Profitheater statt Schultheater im Begleitprogramm! Der alte Streit über „Theaterkunst“ in der Schule ist nicht totzukriegen!

 

Abschied von Dan Baron Cohen als IDEA-Präsident! Er brachte IDEA in eine Schlüsselposition in der

WAAE (World Alliance for Arts Education) und in der UNESCO! Neue Präsidentin und neuer IDEA-Vorstand gewählt!

 

Großartige Schlußpräsentationen im Regenwald: „Great Harvest of Hope“ von YOUNG IDEA!

Beeindruckende Tanztheater-Präsentation der Militärpolizei von Bahia!

 

Die Vorbereitungen zum nächsten Weltkongress 2013 in Paris laufen an!

IDEA-Europe plant nächstes Treffen im November 2010 in Athen!

 

Weitere Informationen:

www.idea-org.net

 

 

IDEA – Intensiv Informationen:

 

Ein Event für die Welt ist eine Herausforderung

Eine Großstadtinsel in der Stromschleife umgeben von Regenwald knapp südlich des Äquators nimmt den 7. IDEA-Weltkongress auf: Belem, eine Millionenstadt im Amazonasdelta voller Widersprüche und Gegensätze; jede Straße überrascht mit neuen Bildern: Slum neben Luxus, koloniale Tradition neben Indio-Wirtschaft und Kultur. IDEA ging das Risiko, das mit weltweiten Großveranstaltungen in solchen Regionen verbunden ist, seinerzeit bewußt ein, vor Ort gab es nun tatsächlich einige organisatorische Probleme, die einen reibungslosen Ablauf – zumindest im europäischen Verständnis – behinderten: Weite Wege, unklare Informationen über Transporte, Veranstaltungsorte- und zeiten, keine Veranstaltung begann auch nur einigermaßen pünktlich. Manche kleinere Präsentation fiel dieser Unübersichtlichkeit und dem Kommunikationsdefizit zum Opfer. Die durchweg sehr freundlichen Veranstalter und vielen ehrenamtlichen Helfer gaben sich erkennbar sehr große Mühe und besserten während des Kongresses laufend nach, konnten aber Mißstimmung unter den europäisch-amerikanisch-australisch sozialisierten Teilnehmern nicht verhindern. Vor allem die Regierung des Staates Para hielt ihre Zusagen nicht ein, bis die Veranstalter in der Hälfte des Kongresses drohten, an die Öffentlichkeit zu gehen. Danach wurde zumindest die Transport-Situation merklich besser.

Auf der anderen Seite muss hervorgehoben werden, dass die Verständigung per Dolmetscher noch nie so aufwändig und gut organisiert war: Auch im kleinsten Workshopraum gab es Übersetzer, in den größeren Räumen und Sälen individuellen Übersetzungsservice (Ohrhörer und Ports) in/von Portugiesisch, Englisch, Spanisch und Französisch. Das Kongressmotto „Living Diversity“ wurde hierdurch stark unterstützt.

Auch war die Dimension des Kongresses ungewohnt: Inklusive aller Vor- und Nebenprogramme mit Gastspielen, Workshops in der Region u.a. nahmen 8000 Menschen teil. Im akademischen Kernprogramm nahmen die auswärtigen Gäste etwa 1500 Teilnehmer wahr. Alles in allem eine hochinteressante Woche mit vielen Fachleuten aus aller Welt und einem vielfältigen Programm mit Podiumsdiskussionen, Vorträgen, Projekt-Präsentationen, Workshops, Arbeitsgruppen, Aufführungen, Ausflügen und der IDEA-Mitgliederversammlung, die ein neues Präsidium wählte.

 

Kongress-Botschaften

IDEA-Präsident Dan Baron Cohen prägte mit seinen politischen Erfolgen in der WAAE (World Alliance for Arts Education) und der UNESCO die Botschaften des Kongresses: In dessen Zentrum stand die Fähigkeit der kulturellen Bildung, insbesondere der Theaterpädagogik, zur Bewältigung der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts beizutragen. Der Paradigmenwechsel in der Bildung und in der Politik, der zur enormen Steigerung der Bedeutung von Bildung geführt hat, wird durch eine ganzheitliche und aktive kulturelle Bildung überhaupt erst möglich. Die Menschen und ihre Individualität und Unterschiedlichkeit ins Zentrum zu stellen und Bildungsprozesse zu ermöglichen, die jedem den Zugang zur und die Teilhabe an der Gesellschaft und ihrer Kultur eröffnen, das sind die Ziele von IDEA, WAAE und UNESCO. Darüber hinaus wurde in vielen Beiträgen sichtbar, welche positiven Wirkungen das Theaterspielen bei der Lösung von Konflikten, auch ethnischen und kriegerischen, und bei der sozialen Integration im weitesten Sinne sowie zur Ausbildung von Kreativität, die für die Beantwortung der zentralen Zukunftsfragen wie „Sicherung der natürlichen Umwelt und Lebensbedingungen“, „Nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung“, „Frieden und kulturelle Diversität“ entfalten kann. Der europäische Schwerpunkt – Theater als Schulfach für alle zugänglich zu machen – spielte bei diesem Kongress eine untergeordnete Rolle. Nur eine der sog. „Special Interest Groups“ (tägliche feste Arbeitsgruppen) beschäftigte sich mit dem Thema „Lehrerbildung“, die anderen z.B. mit „Inklusion“, „Ethnische Fragen“, „nachhaltige Entwicklung von Gemeinwesen“, „Interdisziplinarität“ u.a.m.. Die großen Plenarveranstaltungen „Roundtables“ beschäftigten sich mit Themen wie „Transforming violence into creative knowledge“, „The challenges of Transformation“, „Can schools be transformed?“ . Man konnte erleben, dass staatliche Bildung nicht in allen Ländern eine feste Größe ist, die das Bildungsverständnis dominiert. Brasilianische Schüler berichteten von mehrmonatigem Ausfall ihrer Schulen, da wird verständlich, dass Community-Education höher gewichtet wird. Noch schwierigeren Problemen sind viele Schulen in Afrika ausgesetzt, wie wir von Vicensia Shule aus Tansanie hören konnten.

Wichtige Lehren kann und muß der BVTS aus diesem Kongress mitnehmen, vor allem die, dass Theater in der Schule einen hervorragenden Beitrag zur Bildungsreform und dem Paradigmenwechsel in der Bildung leisten kann, und dass es entscheidend für die weitere Entwicklung unseres Teils der Kulturellen Bildung ist, ob es uns gelingt, diese Erkenntnis über Medien, Tagungen, Parteien und Verbände in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik bekannt zu machen und durchsetzen zu können. Dabei müssen wir auch die Instrumente nutzen, die uns die internationale Debatte in die Hand gibt, wie die „Road Map for Arts Education“ und die „Seoul Agenda“ (UNESCO-Weltkonferenz Mai 2010). „We alone are not sustainable“ sagte Dan Baron Cohen zum Schluß des Kongresses, „if we don’t find and convince new partners with power in the political and economic sector“

 

Besonders bewegende Momente

  • Die Eröffnungsfeier in einer Halle über dem Fluß, in der mit dem Boot landende Indios eine Hauptrolle spielten, ihr Tanzauftritt wurde von ganzen Familien gestaltet mit Kleinkindern und Greisen in traditioneller Festkleidung, Ketten- und Federschmuck.
  • Etliche Diskussionsbeiträge im großen Saal der Universität, in der die 6 Roundtables auf einer so locker und folkloristisch ausgestatteter Bühne und unter dialogisch orientierter Moderation stattfanden, dass die Beteiligung der Zuhörer stark erleichtert wurde und diese eigentlich „akademische“ Form zunehmend zu einer lebendigen Mischung aus Debatte und Demonstration geriet.
  • Die unerwartete und deutliche Kritik eines Indios im Kongressplenum – in voller Tracht mit Körperbemalung und Kopfschmuck – an der brasilianischen Regierung und am Status der Ureinwohner in der brasilianischen Gesellschaft. Die Bildungsministerin auf dem Podium ging sehr betroffen und mit glaubwürdiger Geste auf den Beitrag ein, der nach ihren Worten im 21. Jahrhundert gar nicht mehr vorkommen dürfte. Sie gestand die Integrationsdefizite Brasiliens ein.
  • Die Abschlußfeier in einer offenen Halle im Regenwald mit den fantastischen Auftritten des Young IDEA – Projekts „The Great Harvest of Hope“. Die bunt gemischte Gruppe hatte innerhalb von 3 Wochen aus tausenden von Schülertexten aus aller Welt zum Thema Hoffnung eine Aufführung in Belem gestaltet. Begeisternd und professionell dann die Musik- und Tanzaufführung einer Gruppe der brasilianischen Militärpolizei, mit denen u.a. auch Dan Baron Cohen, IDEA-Präsident, gearbeitet hatte.
  • Manche Teilnehmer berichteten begeistert von den Ausflügen in Regenwald-Dörfer, in denen Gespräche mit den Einwohnern, Schülern und Lehrern möglich waren. Leider führten die Planungsmängel andere Teilnehmer nur in ein rein touristisches Programm.

 

Auseinandersetzung über Prioritäten

 Passend zur nachrangigen Auseinandersetzung mit dem Schultheater gastierten im Theaterprogramm des Festivals überwiegend rein professionelle Theatergruppen, z.B. eine palästinensische Gruppe mit einem Stück über die Geschichte der Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und Israelis, ausgezeichnet inszeniert in Form einer symbolhaften und rein körpersprachlich funktionierenden Darstellung eines Geschlechterkampfs. Der BVTS hatte sich in Hongkong 2007 mit dem erfolgreichen Auftritt der Schweriner Schultheatergruppe von Silke Gerhardt noch darum bemüht, Schüleraufführungen zum Gegenstand des Kongresses zu machen, was für Brasilien nicht zu finanzieren war. Trotz aller Erfahrungen, die nicht nur wir in Deutschland mit dem Fach Theater gemacht haben, wurde im Kongress erneut die Frage gestellt: „What ist the danger of institutionalisation of the arts in schools?“ Infolge des Defizits an Erfahrungen mit originärem und institutionell verankertem Schultheater als kreativem Fach machte sich die Position, die in Künstlerprojekten die Zukunft der kulturellen Bildung auch der Schule sieht, besonders bemerkbar und die Frage, wie Künstler in die Bildung einbezogen werden können, dominierte die Frage, wie künstlerische Bildung in die Schule nachhaltig, flächendeckend und in hoher Qualität implementiert werden kann. Diese Tendenz macht sich nicht nur in Deutschland und Europa breit, sondern prägte auch die UNESCO-Weltkonferenz zu „Arts Education“ in Seoul, die im Mai 2010 stattfand (Vgl. den Bericht von J.Reiss). Eine Versammlung der europäischen IDEA-Mitglieder zeigte, dass die Konkurrenz der künstlerischen Fächer (Kunst, Musik) und das Existenzproblem der Künstler, das ein entscheidendes Motiv für das Interesse an der Institution Schule ist, die Einführung und Verbreitung des Fachs Theater in vielen Ländern behindert. Das Netzwerk „IDEA-Europe“ wird sich dieser Herausforderung in den nächsten Jahren verstärkt stellen. Dabei ist es besonders günstig, dass der nächste IDEA-Weltkongress 2013 in Paris stattfindet und unser französisches Mitglied ANRAT mit der Kongress-Direktorin Daniele Naudin diesen Kongress in Abstimmung mit den Verbänden in den Nachbarländern vorbereiten will. Hier ist natürlich der BVTS in ganz besonderer Weise gefragt. Die ersten Vorgespräche zwischen ANRAT und Joachim Reiss haben bereits stattgefunden, im kommenden Jahr muss die Basis für innereuropäische Kooperationen und insbesondere Projekten mit Frankreich im BVTS personell stark verbreitert werden. Die deutsche Delegation in Belem war ein guter Anfang, mehr TheaterlehrerInnen sollten bald hinzukommen. Starke Stützpfeiler sollten dabei die neue Akademie für Schultheater mit Dieter Linck, und der zweite UNESCO-Chair in der Universität Nürnberg-Erlangen mit Professor Dr. Eckart Liebau werden.

 

Der BVTS in IDEA

Der BVTS war in diesem Weltkongress erstmals mit einer eigenen Delegation vertreten und konnte Profil und Qualität des deutschen Schultheaters deutlich machen.

Diese erfreuliche Entwicklung brauchte immerhin 9 Jahre Vorlauf:

  • 2001: Erstmals besucht ein BVTS-Vorstandsmitglied den Weltkongress (Norwegen)
  • 2003: Der BVDS wird in Montpellier IDEA-Mitglied
  • 2004: BVDS ist erstmals mit dem Vorsitzenden offiziell am Weltkongress (Ottawa) beteiligt
  • 2004: Der neue IDEA-Präsident Dan Baron Cohen besucht das Schultheater der Länder
  • 2006: Gründung des Netzwerks „IDEA-Europe“ in Frankfurt am Main
  • 2007: Deutsche Schüler (Schwerin) zeigen ihre Produktion im Weltkongress (Hongkong)
  • 2009: Erstmals ist die IDEA-Mitgliederversammlung in Deutschland (HMT Rostock) zu Gast

Mitglieder der BVTS-Delegation in Belem, die freundlicherweise von der BAG Spiel und Theater aus Mitteln des Bundesministeriums FSFJ gefördert wurde, waren Marion Küster (Hochschule für Musik und Theater, Rostock), Gabriele Czerny und Folkhardt Leuschner (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg), Angelika Emmling (Vorstand LAG Darstellendes Spiel Rheinland-Pfalz im BVTS) und Aline Menz (Studierendenvertretung, Hochschule für Musik und Theater, Rostock) sowie Joachim Reiss. Besonders hervorheben möchte ich das Delegationsmitglied Bernd Köhler, der neuer Vorsitzender des BUT (Bundesverband Theaterpädagogik) ist und in Abstimmung mit dem BVTS dafür gesorgt hat, dass der BUT in Belem das zweite ordentliche IDEA-Mitglied Deutschlands geworden ist.

Die Kongressbeiträge aus der Delegation kamen bei den Teilnehmern sehr gut an:

Marion Küster und Aline Menz stellten das mehrjährige Projekt der Rostocker Hochschule „Community-Development in einem südbrasilianischen Dorf“ in einem Vortrag und einem Workshop vor. Gabriele Czerny und Folkhardt Leuschner präsentierten ihr überzeugendes Lehrerbildungskonzept „SAFARI“. Angelika Emling gab Workshops in ihrem Bereich der Theaterpädagogik an Grundschulen. Bernd Köhler und Joachim Reiss konzentrierten sich auf die Mitarbeit in den Ständigen Gruppen zu „Secondary Education“ und „Lehrerbildung“ sowie in der langen IDEA-Mitgliederversammlung. Etwas deplaziert wirkten Beiträge des nur sporadisch auftauchenden Bernd Ruping (FH Lingen), der mit professoraler Attitüde und feuilletonistischem Geplauder demonstrierte, dass er weder dem Thema gewachsen war noch die Veranstaltung respektierte. Deutschland war außerdem indirekt in einer weiteren Präsentation vertreten, in der die französischen KollegInnen das gemeinsame Projekt „The language of theatre for an Intercultural Europe“ (2008-2009) mit Italien, England, Niederlanden und Deutschland (vom BVTS war u.a. Brigitte Sturm-Schott beteiligt) und die jetzt erschienene, vom SCHIBRI-Verlag in englisch, französisch und deutsch publizierte Evaluation vorstellten.

 

Abschied von einem großen Präsidenten

Die IDEA-Mitgliederversammlung verabschiedete Dan Baron Cohen mit großem Lob aus dem Amt des Präsidenten, das er 6 Jahre lang mit unglaublichem persönlichem Engagement und großen Erfolgen ausgeübt hat. Die IDEA-Satzung erlaubt bedauerlicherweise keine dritte Amtszeit. Zu seinen herausragenden Verdiensten gehört vor allem die Gründung und Leitung der „World Alliance for Arts Education“ – WAAE, die die Weltverbände der Kunst-, Musik- und Tanzlehrer zusammenführte und unseren Einfluß in der UNESCO unerwartet stark machte. Die Kulturelle Bildung in der UNESCO ist ohne die WAAE heute kaum noch vorstellbar (s.a. „Zukunft Schultheater“). Es war Dan Baron Cohen, der zwischen dem ersten spektakulären Auftritt der WAAE bei der ersten UNESCO-Weltkonferenz 2006 in Lissabon – der Geburtsstunde der Road Map for Arts Education – und der zweiten UNESCO-Weltkonferenz diesen Mai in Seoul insgesamt 3 „World Creativity Summits“ der WAAE organisierte, in Hongkong, Taipei und Newcastle. Leider ist es den Europäern noch nicht gelungen, die Fächerkonkurrenz zu überwinden und eine regionale „Alliance“ zu gründen wie das in Südamerika und Afrika bereits der Fall ist. Dies ist eine der nächsten Herausforderungen für IDEA-Europe und für den BVTS in Deutschland. Die Fülle der in der Mitgliederversammlung erarbeiteten Anregungen und Pläne kann hier nicht wiedergegeben werden, aber alle Details werden im Protokoll greifbar und dadurch in den nächsten Jahren umsetzbar.

Mit Dan Baron Cohen verabschiedete sich die Mehrheit des bisherigen IDEA-Präsidiums, unter anderem so verdiente Aktive wie Vlado Krusic (Kroatien), Larry O’Farrell (Kanada, der IDEA als Inhaber des ersten UNESCO-Chairs „Arts and Learning“ verbunden bleibt) und Aud Berggraf (Norwegen).

 

Das neue IDEA – Präsidium

Die Mitgliederversammlung wählte ein neues Präsidium mit stark europäischer Besetzung: Die neue Präsidentin heißt Patrice Baldwin, Vorsitzende von „National Drama“, unserem traditionsreichen und großen Partnerverband in England, die kürzlich auf einem Fachtag im Schultheater-Studio Frankfurt/Main ihr Projekt „D4LC“ („Drama for Learning and Creativity“) vorstellte. Ihr Vize, Mercy Mirembe Ntangaare, bildet Lehrer in der Universität von Kampala, Uganda, und wurde 2009 in Rostock schon zur Vizepräsidentin gewählt. Die neue Geschäftsführerin, Karen Libman, kommt aus den USA. Island trägt mit der Theaterlehrerin Rannveig Torkelsdottir, die wir vom Schultheater der Länder 2008 in Kassel kennen, eine neue Schatzmeisterin bei. Neu gewählt wurden auch die „Directors“: Für Projekte: Jean-Henri Dreze (Belgien); für Publikationen: Janinka Greenwood (Neuseeland); für Forschung: Samuel Leong (China); für Kommunikation: Bira Azevedo (Ein ganz junger Mann aus Brasilien) und für „Young IDEA“: Luvel Garcia (Cuba). Dem Wahlkommittee, das für die Mitgliederversammlungen verantwortlich ist, gehören jetzt der IDEA-erfahrene Theaterlehrer Steven Clark (Frankreich), Vizensia Shule (Tansania, z.Zt. Doktorandin in Mainz) und Sanja Krsmanovic Tasic (Serbien, auch in IDEA-Europe aktiv) an. Zu Kassenprüfern wurden Carl Frederik Olafsen (Norwegen), das IDEA-Gründungsmitglied Tintti Karppinnen (Finnland, sie gibt beim Schultheater der Länder in Nürnberg einen Workshop) und Marion Küster (Rostock) gewählt. Mit ihr ist Deutschland und der BVTS erstmals in einer IDEA-Wahlfunktion vertreten. Sie stattet in der Hochschule für Musik und Theater Rostock Lehrerstudenten mit dem Fach DS für Grund-,Haupt- und Realschule oder mit dem Beifach für Gymnasium aus und stellte mit enormem persönlichen Einsatz 2009 die internationale Konferenz „Theater – mit mir?“ in Kooperation mit dem BVTS auf die Beine, in deren Rahmen auch die vorletzte IDEA-Mitgliederversammlung stattfand. Die guten Verbindungen zwischen IDEA und BVTS werden dadurch erfreulich gestärkt.

Für ABRA, die IDEA-KollegInnen in Brasilien und Südamerika, war es eine spürbar große Leistung und ein wichtiger Fortschritt, den 7. IDEA-Weltkongress durchzuführen, und im Ergebnis prägen trotz aller Mängel die großartigen Erlebnisse, vielfältigen Begegnungen und eine Menge Erkenntnisse und Ergebnisse das Gesamtbild sowie zukunftsweisende Beschlüsse und ein neues IDEA-Präsidium, das auf die kommenden Jahre bis Paris 2013 neugierig macht und zur Mitarbeit einlädt.

 

Joachim Reiss

Leitung Schultheater-Studio Frankfurt