Jahresrückblick 2021

Wir trotzen Corona!

Wir möchten uns bei allen Lehrerinnen, Schulen und Eltern für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit bedanken. Wir bewundern die Kinder und Jugendlichen für ihre Spielfreude und ihre nicht versiegende kreative Schöpfungskraft. Wir bedanken uns bei unseren festen und freien Mitarbeiterinnen für ihr großes Engagement, ihre Bereitschaft umzudenken und flexibel zu sein sowie für Ihr Durchhaltevermögen in diesen schwierigen Zeiten! Nicht zuletzt gebührt ein großes Dankeschön allen unseren Unterstützer*innen – angefangen bei der Stadt Frankfurt am Main und dem Land Hessen über Stiftungen und Unternehmen bis hin zu spendenden Einzelpersonen. Ohne Sie alle wäre unsere Arbeit nicht möglich!

Die Fachtage fanden im letzten Jahr nur halbtägig und digital statt, waren jedoch gut besucht und boten wie gewohnt Raum für den Austausch und neue Anregungen für den Unterricht. Der Fachtag Sek. II hatte die Themen Abitur und das Verbinden von Theorie und Praxis bei einer Inszenierung als Schwerpunkte. Im Bereich Sek. I ging es um Ideen für Theater mit Abstand und um Zeichnungen und Bilder als Anknüpfungspunkte für szenisches Arbeiten. Auf dem Fachtag für die Grundschule wurden Ideen für den Online-Theater-Unterricht vorgestellt. Nur der Fachtag Berufsschule konnte nicht stattfinden.

Mit viel Einfallsreichtum und Spielfreude haben 160 Kinder in 14 Gruppen am einwöchigen Ferientheater teilgenommen, das letztes Jahr in sieben Ferienwochen angeboten werden konnte. Zwei Ferientheater fanden im Rahmen des Ferienkarussell-Programms der Stadt Frankfurt statt, ein weiteres im Rahmen von Me2you, einem Angebot des Stadtschulamts Frankfurt. Erfunden, gestaltet und gespielt wurde mit Abstand und Maske, mit und ohne Zuschauer, live oder gestreamt.
Kultur.Gemeinschaften/ Kulturstiftung der Länder/ Neustart Kultur: Förderung der digitalen Ausstattung

Die 39. Schultheatertage vom 29.6. bis 3.7. waren ein Festival der Experimente. Unter den 16 Schulgruppen mit 270 Schüler*innen hatte die Hälfte neue Formen, z.T. im Freien ohne Licht- und Tontechnik, ausprobiert: Fenstertheater, theatraler Spaziergang, Stationentheater mit Audiowalk, Filmarbeiten. Zwei Gruppen konnten nur digital proben. Ihre Spieler*innen sahen sich das erste Mal bei der Premiere im Gallus Theater, wo sie das individuell Erarbeitete zu Performances zusammenführten. Stadtschulamt Frankfurt

Unter schwierigsten Bedingungen entwickelte das Kinderensemble der 6- bis 10-Jährigen ein Gruselhörspiel, die 11- bis 15-Jährigen inszenierten „Alaska“ und traten damit zweimal öffentlich auf und die jungen Erwachsenen produzierten einen Film mit ihren Einschätzungen zum Thema „Pandemie“.

Die Fortbildungsangebote waren auch im letzten Jahr bunt und vielfältig. Drei LSH- und zwei LiV-Gruppen konnten in neuem Format an vier Kompaktwochenenden die Grundkurse 1-8 in Präsenz absolvieren. Darüber hinaus fanden viele Grundkursangebote im offenen Bereich statt – sowohl in Präsenz als auch digital. Erstmalig gab es auch Fortbildungen zu digitalen DS-Formaten, die wir fest ins Repertoire aufnehmen werden.

Auch 2021 konnte der Workshop zu den Themen Geschlechterrollen, Coming-out und Homosexuellenfeindlichkeit trotz pandemiebedingt engem Terminplan sechs mal stattfinden. Drei Theaterpädagoginnen spielen Szenen vor, führen theaterpädagogische Übungen mit der Klasse durch und unterstützen die Schülerinnen darin, eine eigene Szene zu entwickeln. Das Schultheater-Studio Frankfurt / Kreidekreis e.V. ist mit dem Workshop „GeschlechterRolleMensch“ von der hessischen Landesregierung als „Ort des Respekts“ ausgezeichnet worden.

In diesem eintägigen Präventionsworkshop für Jahrgang 3 bis zur Berufsschule setzt sich eine Klasse spielend mit den Themen Mobbing und Gewalt auseinander. Im letzten Jahr konnten diese Workshops erst wieder nach den Sommerferien angeboten werden. Zwischen den Herbst- und Weihnachtsferien war die Nachfrage allerdings derart hoch, dass das Präventionsteam fast so viele Workshops durchgeführt hat wie normalerweise in einem Jahr. Eine Herausforderung – die wir erfolgreich gemeistert haben.

Unter Anleitung von professionellen Theaterpraktiker*innen können eigene Texte aller Art zum Thema „Heimweh“ geschrieben und auf ihre Eignung für die Bühne überprüft werden. Nach Workshops in Präsenz und digital wurden Ende November die ersten Texte der Autor*innen im Alter von 12-74 Jahren vorgestellt. Die Veröffentlichung der Texte ist für Frühsommer 2022 geplant.

In Kooperation mit Jamali Diversity e.V.

Kulturamt Stadt Frankfurt, Amt für multikulturelle Angelegenheiten https://schultheater.de/aktuell-sts/heimweh-ein-interkulturelles-schreibprojekt-4112.html

Zwei Grundschulen, eine Förderschule und ein Gymnasium ermöglichten ihren Schüler*innen im letzten Jahr theatrale Aktivitäten in Form von Projekttagen oder -wochen, AG oder Coachings. Gearbeitet wurde sowohl während der Schulzeit als auch in den Ferien zu Themen der Kooperation und Prävention, zu Bilderbüchern, zur Bühnenpräsenz und vielem mehr. Die damit verbundene KATS-Fortbildung für alle teilnehmenden Schulen wurde in diesem Jahr digital durchgeführt, Thema war: „Digitale Energizer“.

Für das „KlassenBuch“ werden die theaterpädagogischen Methoden um einen kunstpädagogischen Aspekt erweitert: Die Schüler*innen spielen Theater und stellen ein eigenes Buch her.
Im letzten Jahr wurden insgesamt 52 Workshops in den Klassenstufen 1 und 2 der Grundschule durchgeführt. Beteiligte Schulen waren: August-Gräser-Schule, Franckeschule, Gruneliusschule, Liebfrauenschule, Minna-Specht-Schule und die Willemerschule.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 8. Mai im Gedenken an den Tag der Befreiung entwickelte

das Schultheater-Studio ein Projekt, das sich in Form eines digitalen Stadtplans präsentiert.

Vier DS-Kurse aus der Carl-Schurz-Schule, der Ernst-Reuter-Schule 1 und der Neuen Gymnasialen Oberstufe erstellten über das Thema „Jüdisches Leben und Verfolgung in Frankfurt 1933 – 1945“ an Orten der Erinnerung aus Filmen, Fotos, Audios und Originaldokumenten kleine Filme, die in einen Frankfurter Stadtplan eingepflegt wurden. Dieser wurde in einer großen öffentlichen Veranstaltung am 8. Mai auf dem Römerberg von den Jugendlichen präsentiert.

Kulturamt der Stadt Frankfurt

Das fünfte Mal verantwortete das Schultheater-Studio in Zusammenarbeit mit dem Kinder-, Jugend und Kulturzentrum Sandgasse (Jugendamt Offenbach) eine große Produktion mit drei Offenbacher Schulen: Edith-Stein-Schule, Geschwister-Scholl-Schule und Schillerschule.

40 Jugendliche beteiligten sich mit Musik, Kunst, Film und Theater an einer Produktion, die achtmal coronakonform in den Parkside Studios Offenbach im Juli aufgeführt wurde.

In Kooperation mit dem Jugendamt Offenbach

Das „All Time Classic Angebot“ wurde im letzten Jahr von 14 Schulen und zwei ESB genutzt. Insgesamt fanden 13 Projektwochen und 43 Projekttage statt – in und außerhalb von Frankfurt. Thematisch ging es in diesem Jahr um unterschiedlichste Themen von „A“ wie „anders sein“ bis „Z“ wie „Zukunft“ – Inhalte, die Schüler*innen von Klasse 1 bis in die Q-Phase bewegen.

Mit viel Bewegung, Musik und Bildern werden Jugendliche aus Intensiv- und Alphabetisierungsklassen zum Sprechen in der fremden Sprache gebracht. Spielerisch eignen sie sich die Grammatik an, indem z.B. Wortarten zu Theaterfiguren werden, zwischen denen sich dramatische Konflikte abspielen. Im letzten Jahr fanden in allen drei Intensivklassen der Geschwister-Scholl-Schule Frankfurt die Projekte mit kleiner Präsentation statt, ebenso die wöchentlichen Besuch in der Kasinoschule. Neu hinzu kam die Brentanoschule mit einer Projekt-woche.
Stiftung ProRegion und Staatliches Schulamt Frankfurt/ABZ

Neben zahlreichen digitalen Fortbildungsangeboten fand im Dezember ein digitales Coachingseminar mit unseren polnischen Partnerinnen aus Gdansk vom hiesigen Shakespearetheater und anderen kulturellen Einrichtungen statt, um den Gewaltpräventionsworkshop weiterzugeben. Die Methode „Digitaler Stadtplan“ wurde zu dem Thema des Schülerinnenaustauschs mit der August-Bebel-Schule in Wetzlar und ihrer russischen Partnerschule erfolgreich weiterentwickelt.

Die Coronapandemie verlangt der gesamten Bevölkerung viel ab, aber ganz besonders Kindern und Jugendlichen. Mit dem Programm „Löwenstark“ des Hessischen Kultusministeriums werden Schulen und Schüler*innen beim Abmildern der Folgen der Pandemie unterstützt. Im Rahmen des Programms leistet auch das Schultheater-Studio seinen Beitrag. Löwenstarkes Theater fand von September bis Dezember an drei Schulen in unterschiedlichen Formaten von Mitgestaltung des Unterrichts über vormittägliche Theater-Workshops bis hin zur Ergänzung des Nachmittagsangebots statt, viele weitere Termine für 2022 sind in Vorbereitung.

Trotz vieler pandemiebedingter Absagen konnten vier Doppelvorstellungen in Fulda, Rotenburg a.d. Fulda, Bad Homburg und Marburg vor 1.500 Kindern durchgeführt werden sowie jeweils vier Fortbildungsveranstaltungen und Elternabende.
Hessisches Kultusministerium, Jakob-Grimm-Schule Rotenburg, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA
https://schultheater.de/trau-dich.html

Erneut liegt ein turbulentes TUSCH-Jahr hinter uns, hat doch die Corona-Pandemie auch 2021 das Programm und alle Akteur*innen vor große Herausforderungen gestellt. Die TUSCHBar und das TUSCH-Plenum wurden rein digital durchgeführt; eine weitere digitale Veranstaltung für alle Beteiligten kam hinzu, um einander zumindest auf dem Bildschirm zu sehen, sich auszutauschen und Pläne zu schmieden. War das Plenum zunächst noch als „site specific theatre workshop“ draußen geplant, musste es kurzfristig doch wieder ins Digitale verlegt werden.

Ein Drittel aller Partnerschaftsgruppen konnte am 21. Juni ein „live“ Erlebnis im Gallus Theater präsentieren, mit wunderbaren Nachbereitungsworkshops für die sechs Gruppen. Die darauffolgenden beiden SCHpektakeltage wurden digital organisiert und lebten von den vielfältigsten Video-Arbeiten der einzelnen Gruppen.

Im August begannen wieder 16 Partnerschaften im nunmehr 15. TUSCH-Jahr.

Eine gemeinsame ganztägige Fortbildung mit „FLUX – Theater in Hessen unterwegs“ hat am 23. Oktober mit dem Berliner Performance Kollektiv Turbo Pascal, dem Medien-, Perfomance- und Kunstkollektiv LIGNA und einer Forschungsgruppe (Vertrauensarbeit in der Kulturellen Bildung) von der Universität Koblenz im stadtRAUM Frankfurt mit großer Resonanz live stattgefunden. Die diesjährige bundesweite TUSCH-Tagung fand ebenfalls in Frankfurt, allerdings wegen Coronafälle und Reisebeschränkungen in Bayern in hybrider Form, vom 21.-23. November unter dem Thema „Ästhetische Qualität in den Programmen“ statt. Und zu guten Letzt: Die TUSCHbar, bei der alle Künstler*innen und Lehrer*innen zusammenkommen, um über die Anfänge ihrer gemeinsamen Arbeit zu reflektieren, konnte, unter „2G+“ Bedingungen, live am 1. Dezember im Kulturhaus Frankfurt stattfinden, sehr zur Freude aller Teilnehmenden! Nachzulesen sind alle TUSCH-Aktivitäten auf der neu gestalteten Homepage: www.tusch-frankfurt.de.

Dieses Programm litt am meisten unter den Schulschließungen. Dennoch konnte mit einer Abschlussklasse der Hostatoschule ein Film produziert werden, der im Februar in der Schulgemeinde und vor Sponsoren präsentiert wurde.
Lions Club Frankfurt, Kulturamt der Stadt Frankfurt, Amt für multikulturelle Angelegenheiten, Stiftung ProRegion, Hertiestiftung, Staatliches Schulamt Frankfurt
https://together-frankfurt.de/angebote-und-termine/leben-und-kultur-in-deutschland/schultheaterstudio/

Im November und Dezember zeigte das Schauspiel Frankfurt „Wickie und die starken Männer“.
19 Klassen mit insgesamt 332 Schüler*innen aus den Jahrgängen 1-5 haben sich in den 90-minütigen Theaterworkshops auf ihren Theaterbesuch vorbereitet (gebucht hatten 38 Klassen). Gearbeitet wurde zu den Themen des Stückes und den Besonderheiten der Inszenierung: Angst – Mut – Stärke. Draufhauen oder Nachdenken? Rauben oder Schenken? Ist Wickie männlich oder weiblich? Chorisches Sprechen – zwei Schulen wollen die Theaterworkshops trotz des Aufführungsausfalls durchführen.